Entwicklung eines neuartigen Konzepts zur Sicherstellung der infektiologisch-medizinischen Versorgung von seltenen, hochkontagiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen in Schwerpunktkrankenhäusern

 

Vorhabenlaufzeit: 11.2016-10.2019

 

Klimawandel und Globalisierung erhöhen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Patienten mit seltenen, hochkontagiösen und lebensbedrohlichen Erkrankun gen („Hoko-Patienten“). In Deutschland gibt es sieben Behandlungszentren, um für diese eine adäquate medizinische Versorgung sicherzustellen. Häufig wird jedoch der Krankheitsverdacht außerhalb der Behandlungszentren gestellt. Grundsätzlich sollte jedes Krankenhaus Hoko-Patienten kurzfristig isolieren und bei Bedarf medizinisch erstversorgen können, um möglichen progressiven Krankheitsverläufen entgegenzuwirken und dabei nosokomiale Infektionen zu verhindern. Die Vorbereitungen auf HoKo-Patienten in Deutschland während des Ebolafieber-Ausbruchs in Westafrika 2014/2015 hat gezeigt, dass Krankenhäusern häufig die technischen und konzeptionellen Voraussetzungen für deren Erstversorgung fehlen oder diese nur unzureichend vorhanden sind. Zusätzlich war das Handeln des Personals im Umgang mit möglichen Verdachtsfällen teilweise von Ängsten und Unsicherheit beeinflusst.

EKOS hat die Gewährleistung einer sicheren infektiologisch-medizinischen Versorgung von Hoko-Patienten in Schwerpunkt-Krankenhäusern zum Ziel mittels (i) Konzeption eines temporären Isolierbereiches für Notaufnahmen, (ii) Entwicklung und Implementierung eines optimierten Hygienemanagements und Trainings, sowie (iii) Resilienzförderung und Information von Patienten und Öffentlichkeit. Neu am Projekt sind insbesondere die Evidenzbasierung der Barrieremaßnahmen durch Untersuchung des Keimauftritts und der Aerosolverbreitung sowie die Entwicklung transsektorealer Standards für das prozessuale Hygienemanagement. EKOS ist von wirtschaftlichem Interesse für das Gesundheitswesen. Mögliche Kosten in Millionenhöhe durch eine unzureichende Patientenversorgung bzw. das Auftreten von nosokomialen Infektionen sollen vermieden werden. Durch die Stärkung von zwei Krankenhäusern in zwei ostdeutschen Städten (Klinikum Barnim Werner-Forßmann- Krankenhaus in Eberswalde und Kinikum Chemnitz) entstehen dort lokale Exzellenzcluster. 

Beteiligte Partner

  • Robert Koch-Institut (Koordinator)
  • Freie Universität Berlin
  • Technische Universität Braunschweig
  • Friedrich Schiller-Universität Jena
  • Technische Universität Berlin
  • Nordwest-Box GmbH&Co KG