Innovative Reduktion multi-resistenter Infektionserreger (MRE) und Etablierung einer Next-Generation-Sequencing basierten molekularen Surveillance

Vorhabenlaufzeit: 08.2015-07.2018

 

Der engen Verzahnung zwischen menschlicher Gesundheit und der Gesundheit von Tieren („One Health“-Konzept) wird in diesem Projekt Rechnung getragen. Ein Verbund aus Forscherinnen und Forschern aus der Human- und Veterinärmedizin sowie der Kommunikationswissenschaft entwickelt und testet neue Behandlungsmöglichkeiten gegen Infektionskrankheiten und analysiert gleichzeitig in einem partizipativen Ansatz die Wahrnehmung und Risikokommunikation solch neuer Entwicklungen bei den betroffenen Berufsgruppen (u. a. Landwirte). Ziel ist es, den Einsatz von Antibiotika sowohl in der Human- als auch der Veterinärmedizin zu verringern und damit der Entstehung und Ausbreitung von (multi-)resistenten Bakterien entgegenzuwirken. Hierzu werden Neoglykolipide, Peptide und Phagenlysine auf ihre antiinfektiven Wirkungen hin untersucht. Weiterhin steht die Beeinflussung des Immunsystems durch natürliche bakterielle Peptide im Fokus der Forschung.

Parallel werden innovative Auswertungssysteme für die Genom-basierte molekulare Epidemiologie der zoonotisch höchst relevanten multi-resistenten Erreger Extended-spektrum beta-Laktamase-produzierende Escherichia coli (ESBL-E. coli), Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) entwickelt und zur Anwendungsreife gebracht. Diese Software-basierten Auswertesysteme werden es zukünftig in der Human- und Tiermedizin ermöglichen, mit vergleichbaren computergestützten Analysen multi-resistente Erreger rasch zu identifizieren und charakterisieren. So können z.B. auch Infektionsketten schnell und sicher erkannt werden, wodurch Interventionen früher eingeleitet werden können.

Ein Teilprojekt von IRMRESS eruiert die Bedeutung partizipativer Risiko- und Wissenschaftskommunikationsverfahren zur Erhöhung der Legitimität naturwissenschaftlicher Forschung bei verschiedenen Teilöffentlichkeiten. Bearbeitet wird dieses Thema am Beispiel des möglichen Einsatzes alternativer Antiinfektiva in landwirtschaftlichen Betrieben und in der Veterinärmedizin.

Beteiligte Partner:

  • Freie Universität Berlin (Koordinator)
  • Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Universitätsklinikum Münster)
  • Robert Koch-Institut (Berlin)
  • ILBC GmbH (Potsdam)