Erreger

Die Gesundheit des Menschen ist eng verknüpft mit der Gesundheit seiner belebten Umgebung, also beispielsweise der von Nutztieren. Doch gerade Veterinärmedizin und Landwirtschaft sind immer wieder betroffen von Infektionen, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind wie die aviäre Influenza H5N1 („Vogelgrippe“) oder die pandemische Influenza H1N1 („Schweinegrippe“). Die größte Herausforderung liegt darin, neu auftretende Erreger schnell zu entdecken und ihre Ausbreitung frühzeitig einzudämmen. Besonders schwierig ist das bei Erregern, die durch lebende oder unbelebte Akteure (wie z. B. Lebensmittel) übertragen werden können. Bei der Bekämpfung dieser muss nicht nur die Behandlung der Lebewesen, sondern auch die Kontrolle von globalen Warenströmen berücksichtigt werden.

Ausbreitung und Resistenzen

Die Verbreitung von Infektionen verläuft im Bereich der Hobbytiere sowie der Nutztiere verschiedenartig ab: Während es die körperliche Nähe ist, die die Übertragung der Erreger vom Hobbytier auf den Menschen begünstigt, geschieht diese bei Nutztieren in erster Linie durch Lebensmittel. Die Verdichtung des Zusammenlebens von Nutztieren sowie globale Warenströme erhöhen die Ausbreitungswahrscheinlichkeit. Die Globalisierung von Personenverkehr und Handel, der Klimawandel sowie der intensivere Kontakt zwischen Wild-, Nutz-, Haustier und dem Menschen fördern die Ausbreitung neuer Erreger. Hinzu kommen Resistenzen, die sich zwischen unterschiedlichen Mikroorganismenarten ausbreiten. Obwohl der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin allmählich reduziert wird, breiten sich Resistenzen gegenüber Antibiotika rasant aus. Dann ist die Identifizierung und Charakterisierung der dafür verantwortlichen genetischen Faktoren von entscheidender Bedeutung.

Diagnostik und Therapie

Für die wirksame Bekämpfung von Infektionen im Bereich Landwirtschaft und Veterinärmedizin müssen neue diagnostische Verfahren sowie Therapiemöglichkeiten entwickelt werden. Dazu gehören nicht nur neue Antiinfektiva, sondern auch Desinfektionsmittel, Biozide oder Phagentherapie zum oberflächlichen Einsatz bei Hauterkrankungen oder zur Dekontamination von Trägern von resistenten Erregern vor Operationen und vor stationärer Aufnahme in Tierkliniken. Maßnahmen zur Vorbeugung von Tierseuchen betreffen oft große Gebiete und eine erhebliche Zahl von Tierbeständen, was leider häufig auch zur Tötung einer großen Zahl gesunder Tiere führt. Da diese Methode weder ethisch noch wirtschaftlich vertretbar ist, müssen neue Diagnostikmethoden dafür sorgen, sodass gesunde von kranken Tieren schnell und genau unterschieden werden können.