Die Gefahr des Auftretens neuer Erreger ist höher denn je. Regelmäßig werden neue Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten beschrieben, die das Potenzial haben, Infektionen beim Menschen hervorzurufen. Besonders wichtig werden hier zukünftig Entwicklungen neuer Hygienemaßnahmen, Impfstrategien sowie Antibiotika. Auch die Diagnostik muss im Sinne einer effektiven und zielgerichteten Krankheitsbekämpfung verändert und verbessert werden. Dies gilt für die Identifizierung der Erreger als auch im zunehmenden Maße für das Erkennen von Resistenzen.

Die Therapie von Infektionskrankheiten ist in den zurückliegenden Jahren immer mehr zu einer Herausforderung geworden. Eine wesentliche Ursache dafür ist die dramatisch steigende Zahl resistenter Krankheitserreger. Dieser steht eine sinkende Zahl neuer antiinfektiv wirkender Stoffe gegenüber. Der Entwicklungsprozess wird beeinträchtigt durch wirtschaftliche Erwägungen der Pharmaunternehmen sowie gestiegene Anforderungen an Studien im Menschen und die geringe Aussagefähigkeit häufig genutzter Modellsysteme. So entsteht eine Lücke zwischen entwickelten Substanzen, die in der chemischen und mikrobiologischen Grundlagenforschung identifiziert werden, und klinisch verfügbaren Medikamenten. Es ist eine zentrale Aufgabe von InfectControl 2020, an der Schließung dieser Lücke mitzuwirken. Für uns ist dabei entscheidend, die Kluft zwischen Grundlagenforschung und Industrie zu überbrücken.