Mobilität

Die Mobilität der (Welt-)Bevölkerung hat in den zurückliegenden Dekaden eine rasante Entwicklung genommen. Immer mehr Personen legen immer längere Strecken in kürzeren Reisezeiten und Abständen zurück. Die räumliche Mobilität hat in den letzten 200 Jahren um etwa den Faktor 1000 zugenommen. Auf den Luftverkehr entfallen dabei die meisten Reisebewegungen.

Der Weltluftverkehr ist seit der letzten Jahrtausendwende von ca. 1,5 Mrd. auf 3,3 Mrd. Passagiere im Jahr 2014 angewachsen. Die Zuwächse dieser Verkehrsströme gerade aus Ländern heraus, welche Ursprung für die Ausbrüche von neuen Erregern sind, verschärfen die Infektionsproblematik.

Auch die Geschwindigkeit der Ausbreitung nimmt dramatisch zu: Die Pest hat fünf Jahre zur Pandemie gebraucht, die Schweinegrippe fünf Tage. Das liegt an der Zunahme der zurückgelegten Kilometer sowie abgefertigten Passagiere: Die größten Flughäfen der Welt passieren mehr als 50 Millionen Passagiere im Jahr.

Bisher wurde für den Luftverkehr keine hinreichende Diagnostik entwickelt; die Messung der Körpertemperatur an Schleusen ist beispielsweise nicht sensibel genug. Verschiedene vorsorgliche Maßnahmen existieren zwar, jedoch ist weder bewiesen, ob sie tatsächlich wirken, noch werden sie global einheitlich eingesetzt.

Klima

Es ist jedoch nicht nur die Bewegung der Menschen über den Erdball, die die Ausbreitung von Infektionskrankheiten maßgeblich beeinflusst, sondern auch dessen Klimaveränderungen. Besonders durch konkrete Überträger weitergegebene Infektionen sind bezüglich eines sich wandelnden Klimas anfällig für Veränderungen. Erhöhte Temperaturen können die Entwicklung von Insekten beschleunigen, die als Krankheitsüberträger dienen und auch die Vermehrung der Infektionserreger innerhalb des Überträgers ist temperaturabhängig.

Der Klimawandel wird neue Bedrohungen zur Folge haben, indem Krankheitserreger weltweit bestimmte Gebiete erreichen, in denen sie bisher unbekannt waren.

Infrastruktur

Auch infrastrukturelle Voraussetzungen bestimmen maßgeblich das Risiko für Infektionsausbreitungen. Jährlich infizieren sich in Deutschland 400.000 bis 600.000 Patienten während ihres Aufenthalts in Krankenhäusern. Etwa ein Drittel dieser Infektionen wäre durch effektive Präventionsmaßnahmen vermeidbar. So steigen einerseits die Häufigkeit der Erkrankungen in der Bevölkerung und die Zahl der Todesfälle, andererseits verursachen sie einen medizinischen Mehraufwand und führen zu längerer Verweildauer in den Krankenhäusern.

Ein zentraler Punkt ist hierbei die Hygiene im Gebäude, die durch das Verhalten der Nutzer und insbesondere durch Desinfektionsmaßnahmen bestimmt wird. Ein weiterer Punkt ist der bauliche Zustand des Gebäudes und seine Funktionalität in Form von Prozessabläufen. Können reine und unreine Bereiche wie der OP-Saal und der Aufenthaltsbereich nicht getrennt werden, erhöht dies das Infektionsrisiko. Entscheidend sind dabei auch die zurückgelegten Wege des Krankenhauspersonals und die verwendeten Materialien des Gebäudes, die bestimmend für die Besiedlung von unerwünschten Keimen in diesen Bereichen sind.