Molekulare Serologie zur schnellen Bestimmung der Impftiter gegen impf-präventable Infektionskrankheiten (STIKO-Liste) bei Migranten und anderen Patientengruppen

Vorhabenlaufzeit: 10.2016-09.2019

 

Das Ziel des öffentlichen Gesundheitswesens, einen Großteil der impfpräventablen Erreger durch Herdenprotektionseffekte zu reduzieren oder zu eliminieren, wird durch die aktuelle Massenmigration von Menschen aus Krisengebieten herausgefordert. Gegenwärtig wird für jede Infektion bzw. Impfung der STIKO-Liste ein separater diagnostischer Test eingesetzt. Spezifität und/oder Sensitivität der dabei verwendeten ELISA- Tests sind bei weitem nicht immer optimal. Die z.T. kostenintensiven kommerziellen Tests erfordern aus venösem Blut präparierte Serumproben. Wenn eine Impftiterbestimmung aus zeitlichen oder logistischen Gründen nicht möglich ist, erhält die Person in der Regel die entsprechende Impfung. Wir wollen daher ein neuartiges diagnostisches Werkzeug entwickeln, um den Antikörper-Status gegen die von der STIKO empfohlenen Impfungen in einem einzigen Schnelltest zu ermitteln. Damit wird die Diagnostik schneller, weniger kosten- und zeitaufwendig und gleichzeitig wesentlich informativer.

Die neue Mikroarray-basierte serologische Plattform wird in diesem Projekt für Aufnahmeuntersuchungen bei Migranten eingesetzt. Wir entwickeln eine potenziell Point-of-Care (POC)-fähige molekulare serologische Diagnostik, die den Immunstatus gegen die Erreger der STIKO-Liste abbildet und dem behandelnden Arzt als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung steht. Anstelle konventioneller Antigene setzen wir als Fänger synthetische Oligopeptide ein, welche B-Zell-Epitope der Oberflächenantigene repräsentieren, in bestimmten Fällen auch rekombinante Proteine. Ein weiterer Vorteil ist die Verwendung von Kapillarblut statt der sonst üblichen Serumpräparation. Diese exemplarische Plattform ist, bei variablem und anpassbarem Erregerpanel, einsetzbar im öffentlichen Gesundheitsdienst (z.B. Impfstatus von Kontaktpersonen im Ausbruchsfall), für die Reisemedizin, hausärztliche Versorgung, Impfstoffherstellung und -prüfung wie auch in der Veterinärmedizin (Kontrollen im grenzüber- schreitenden Tierhandel).

Beteiligte Partner:

  • Friedrich-Schiller-Universität Jena (Koordinator)
  • Alere Technologies GmbH (Jena)
  • Fa. Institut Virion/Serion GmbH (Würzburg)
  • Universitätsklinikum Jena