Entwicklung von Impfstoffen gegen respiratorische und systemische Infektionen bei Mensch und Schwein

Vorhabenlaufzeit: 10.2016-09.2019

 

Infektionen des Menschen mit Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken) und des Schweins mit Streptococcus suis stellen für das Gesundheitssystem bzw. die Agrarwirtschaft eine erhebliche Belastung dar. Pneumokokken verursachen schwere Pneumonien und invasive Erkrankungen, in deren Folge mehr als 1,6 Millionen Menschen pro Jahr sterben. Eine Pneumokokken-Prophylaxe ist schwierig, da die Kapselpolysaccharid-basierenden Konjugatimpfstoffe nur einen homologen Schutz vermitteln. Die Heterogenität und das Virulenzpotenzial macht S. suis zum wichtigsten invasiven bakteriellen Krankheitserreger in der Ferkelaufzucht mit zoonotischem Potenzial. Für S. suis ist kein Serotyp-übergreifender Impfstoff allgemein zugelassen und bestandsspezifische Impfstoff e schützen nur Serotyp-spezifisch. Daher ist die Identifizierung Kompartimentspezifischer Antigene und eine Kombination immunogener Antigene zu einem Impfstoff mit Serotyp-übergreifender Schutzwirkung eine zentrale Herausforderung für die Bekämpfung dieser bakteriellen Erreger.

Ziel des Projektes VacoME ist die Identifizierung von Wirtskompartimentspezifischen Antigenen von Pneumokokken und S. suis, die allein oder in Kombination einen Schutz gegenüber einer Infektion vermitteln. Infektionsrelevante Antigene werden mittels in vivo Proteomics und RNAseq-Analysen in den unterschiedlichen Wirtskompartimenten wie der respiratorischen Schleimhaut, dem Blut bzw. Liquor cerebrospinalis identifiziert. Die Immunogenität der Antigene wird in Immunoproteomics-Ansätzen mit Rekonvaleszenzseren analysiert, um Serotyp-übergreifend exprimierte, immunogene Antigene ausfindig zu machen. Für ausgesuchte Antigene der Streptokokken wird die humorale und zelluläre Immunität charakterisiert, um ex vivo Korrelate für eine protektive Immunität zu identifizieren. Ziel des transsektoralen Ansatzes ist es, aufzuzeigen, wie durch die gezielte Kombination dieser Antigene ein Impfstoff mit Serotyp-übergreifender Schutzwirkung generiert werden kann.

Beteiligte Partner:

  • Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald (Koordinator)
  • Universitätsmedizin Greifswald
  • Universität Leipzig
  • Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
  • IDT Biologika GmbH
  • BioControl Jena GmbH