Untersuchungen zum Einfluss der Architektur auf das Auftreten von nosokomialen Infektionen und multiresistenten Erregern

Architektur statt Antibiotika

Laufendes Projekt

Nationale und internationale Leitlinien fordern die Isolierung von Patienten mit multiresistenten Erregern in Einbettzimmern. Durch die steigende Inzidenz dieser Erreger wird die Umsetzung dieser Empfehlungen aber immer schwieriger. Zudem ist die ausschließliche Nutzung von Einbettzimmern mit mehreren Nachteilen und höheren Kosten verbunden. Diese Konsequenzen wurden bisher in Deutschland nicht wissenschaftlich evaluiert, um harte Daten für die Entscheidungsfindung vorzulegen. Die meisten multiresistenten Erreger werden vor allem durch Kontakt übertragen, so dass eine transmissionsfreie Pflege von Patienten mit diesen Erregern in Zweibettzimmern möglich sein sollte. Es fehlen allerdings Studien zur möglichen Ausstattung von Zweibettzimmern mit zwei Nasszellen, alternativ mit zwei Toiletten oder selbst desinfizierbaren Sanitärbereichen als Alternative. Zur Besiedlung von Krankenhausneubauten durch Mikroorganismen und möglichen Einflussfaktoren gibt es bisher ebenfalls keine Untersuchungsergebnisse.

Das Projekt KARMIN untersuchte, ob als Reaktion auf das vermehrte Auftreten von multiresistenten Erregern in Deutschland zukünftig wesentlich mehr Einbettzimmer in Krankenhäusern errichtet werden sollten oder Zweibettzimmer so ertüchtigt werden können, dass sie auch im Sinne der Infektionsprävention eine Alternative darstellen. Im Ergebnis ist ein Demonstrator für infektionsprophylaktisch sinnvoll ausgestattete Zweibettzimmer inkl. der Nasszelle realisiert worden. Dieser Demonstrator soll Antwort geben, ob das Zweibettzimmer ausreichend infektionssicher für die Unterbringung der Patienten geeignet ist. Die Untersuchung des Krankenhausmikrobioms bei der Neubesiedlung soll wichtige zusätzliche Hinweise für den Bau und Betrieb von Krankenhäusern im Hinblick auf die Infektionsprävention liefern. Dabei stellt der Erstbezug des neu renovierten Charité Bettenhochhauses den Rahmen der Untersuchung dar. Ziel ist es herauszufinden, welche Rolle architektonische Gegebenheiten (Vergleich Mehrbett- und Einbettzimmer) bzw. verschiedene Reinigungsregimes (Vergleich Flächendesinfektion und Flächenreinigung) bei der Entstehung und in der Diversität des Mikrobioms und im Aufkommen multiresistenter Bakterien spielen.

Beteiligte Institutionen:

  • Technische Universität Braunschweig (Koordinator)
  • Universitätsklinikum Jena
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin

Beiträge zum infektionsreduzierten Krankenzimmer

Videos zum Patientenzimmer der Zukunft

Blick ins Patientenzimmer der Zukunft Das Patientenzimmer wurde auf dem Campus Charité Mitte in Berlin ausgestellt und evaluiert. Werfen Sie einen Blick hinein.
KARMIN kurz erklärt Alle beteiligten Projektpartner aus Berlin, Braunschweig und Jena erklären im Video die Hintergründe, Ziele und ersten Ergebnisse des Projekts.

Das Patietenzimmer der Zukunft

Quelle: Tom Bauer/TU Braunschweig

Ein Blick in das Patientenzimmer der Zukunft

Ausstellung des KARMIN-Patientenzimmers auf dem Campus Charité Mitte