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Als „globale Gesundheitskrise“ bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zunahme von Antibiotikaresistenzen auf der ganzen Welt. Diese erschweren die Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten und führen immer häufiger zum Tod. Jedes Jahr sterben laut WHO rund 700.000 Menschen wegen resistenter Bakterien. Ausgerufen von der WHO und der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) findet in der Woche vom 16. bis 22. November 2015 die erste weltweite Antibiotika-Woche statt – mit dem achten Europäischen Antibiotikatag am 18. November. Beide Ereignisse machen auf den weltweiten Anstieg der Antibiotika-Resistenzen aufmerksam und rufen zu einem sachgerechten Antibiotika-Einsatz auf.

Eine Umfrage der WHO mit 10.000 Teilnehmern in zwölf Ländern zeigte, dass sich zwar 64 Prozent der Gefahren durch Antibiotikaresistenz bewusst sind, doch auch, dass ebenso viele Beteiligte der Ansicht sind, man könne die von Viren ausgelösten Erkältungskrankheiten mit Antibiotika behandeln, obwohl diese gegen virale Erreger wirkungslos sind. Ein Drittel der Umfrageteilnehmer war außerdem der Meinung, man könne die Einnahme von Antibiotika beenden, sobald man sich besser fühle – anstatt die verschriebene Dosis vollständig einzunehmen. Ein gefährlicher Irrglaube, denn das zu frühe Absetzen von Antibiotika gilt als eine Ursache der Ausbreitung resistenter Bakterien.

Das „European Antimicrobial Resistance Surveillance Network“ erhebt Daten zur Entwicklung von Resistenzen ausgewählter Erreger. Demnach ist der Anteil des Methicilllin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), einem der wichtigsten Erreger von Krankenhausinfektionen, in Deutschland weiterhin rückläufig. Der Anteil resistenter Gram-negativer Erreger wie Escherichia coli, die z.B. Harnwegsinfektionen verursachen, und Klebsiella pneumoniae, die im Krankenhaus zu Lungenentzündung und zu Sepsis führen, steigt indes.

Die Antibiotikawoche ist eine Maßnahme im Globalen Aktionsplan der WHO zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen. Er soll unter anderem die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal stärken, die Datenlage zu Resistenzen verbessern und verstärkt Maßnahmen zur Infektionsprävention und –kontrolle einleiten. Auch die Förderung von Forschungsaktivitäten gehört dazu.

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